9. Wie bilden sich Kinder unter 3 Jahren

9.1. Der erste Schritt: Gute Voraussetzungen

  • Sichere Bindung
    Um sich gut entwickeln zu können brauchen Kinder eine sichere Bindung. Der Aufbau einer solchen Bindung zu einer Bezugserzieherin steht hierbei an erster Stelle.
    Diese sichere Basis gibt dem Kind Halt, Sicherheit und Orientierung und das Kind kann die Welt erforschen. Es kann sich auf sein Spiel konzentrieren und vertiefen, wenn es sich sicher und geborgen fühlt.
  • Grundbedürfnisse müssen befriedigt sein
    Sind die Grundbedürfnisse der Kinder, z.B. Hunger, Durst, Schlaf, Körperpflege,… befriedigt, kann es sich aktiv mit seiner Umgebung auseinandersetzen.
  • Raumkonzept
    Anregende Bildungsräume bieten den Kindern die Möglichkeit sich frei zu entfalten.
    (Weiteres hierzu siehe Raumgestaltung)
  • Grenzen und Rituale
    Grenzen und Rituale geben den Kindern Sicherheit.

9.2.  Zweiter Schritt: Bildungsprozesse

  • Selbstständiges Ausprobieren
  • Nachahmen
  • Fragen
  • Beobachten
  • Wiederholen
  • Begreifen mit allen Sinnen
  • Bewegung
  • Soziale Kontakte
  • Umweltreize
  • Experimentieren
  • Medien (Lieder, Bücher,..)
  • Zeit und Ruhe
  • Zuwendung / Liebe / Geborgenheit
  • Angemessenes Maß an Anerkennung , Lob und Kritik
  • Etwas zutrauen / Ermutigen
  • Neugier

 9.3. Raumgestaltung

u3_Kapitel9_2Unsere Räume sind den Bedürfnissen von Kindern unter drei Jahren entsprechend gestaltet.

Zur Verfügung stehen uns verschiedenen Räumlichkeiten:

  • Flur: mit Garderobe und der Möglichkeit für erweitertes Spiel
  • Wickelraum: für beziehungsvolle Pflege und Basteltisch für Kleingruppenarbeit
  • Waschraum
  • Kombinierter Ess- und Schlafraum: Einnahme von Mahlzeiten, Schlafmöglichkeit für Mittagskinder
  • Zwei große Gruppenräume: Raum für Bewegung, Kuschelecke, Kinderküche, Bauecke, Teleskopschrank, Sinnesraupe, Brücke
  •  Separater Außenspielbereich

9.4. Rolle der Erzieher/In

u3_Kapitel9_1Wir sind verbindliche und verlässliche Bezugspersonen für ihr Kind, die es annehmen und in seiner Entwicklung fördern und unterstützen. Emotionale Wärme und ein positives Menschenbild sind unsere Grundhaltungen, mit denen wir die Kinder begleiten. Um ihr Kind in seiner Ganzheitlichkeit zu begleiten und zu bestärken, bringt  das Erziehungspersonal große zeitliche Flexibilität mit ein. Für uns als Erziehungspersonal bedeutet dies, ein fundiertes Fachwissen in Pädagogik, Psychologie, Didaktik/Methodik und in den verschiedenen Kreativbereichen.

 9.5.  Angebote und Alltagserfahrungen

In unseren Tagesablauf eingebunden finden täglich die verschiedensten Angebote und Alltagserfahrungen statt. Dies können Angebote, die die ganze Gruppe einbeziehen, oder auch Einzelbeschäftigungen sein.

Hier ein Beispiel für eine Alltagserfahrung:

  • gemeinsames Frühstück:
  • Hände waschen
    • Rücksichtnahme, Selbstständigkeit, Durchsetzungsvermögen, Sauberkeitserziehung, warten können
  • Rituale erkennen und eigenständig umsetzten
  • seinen Platz finden („Ich weiß wo ich hingehöre“) Selbstsicherheit / Selbstbewusstsein
  • Eigenständigkeit
    • Umgang mit Besteck
    • Eigenbestimmung: Essen selbst auswählen
    • Sinneswahrnehmung: riechen, schmecken,  fühle
    • Platz aufräumen
  • Gemeinschaft erleben
  • Beobachtung und Nachahmung
  • Erlernen eines angemessenen Essverhaltens
  • …aber auch probieren / experimentieren / erfahren von Lebensmitteln

Hier ein Beispiel für ein Angebot:

  • mit Steinen und Dosen spielen
    • erkennen und erfühlen unterschiedlicher Formen und Größen
    • wahrnehmen von warm und kalt / glänzend und matt / groß und klein / Farben
    • experimentieren mit Mengen
    • ein- und umsortieren in unterschiedliche Behältnisse und Ordnungssysteme

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